Wirtschaft

Corona legt die Vermarktung lahm

Die Corona-Pandemie hat besonders Norditalien stark getroffen und damit vorerst auch den Export von Färsen gestoppt. 
Aus aktuellem Anlass haben wir uns erkundigt, wie es den Landwirten im stark betroffenen Norditalien während der...

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Die Corona-Pandemie hat besonders Norditalien stark getroffen und damit vorerst auch den Export von Färsen gestoppt. 

Aus aktuellem Anlass haben wir uns erkundigt, wie es den Landwirten im stark betroffenen Norditalien während der Coronakrise geht. Nach Angaben von Francesco Moscardi läuft die Milchproduktion in den Betrieben weitestgehend normal weiter. Dortige Molkereien rufen aber auf, die abgelieferte Milchmenge derzeit keinesfalls zu steigern. Besonders für die italienische Bevölkerung ist es üblich, sehr oft Essen zu gehen. Weil das im Moment nicht möglich ist, hat sich der Verbrauch von Milchfrischeprodukten (Mozzarella, Mascarpone etc.) stark reduziert, für die Eisproduktion sieht es schwarz aus ohne Touristen. Deshalb können die Molkereien die Verarbeitung keinesfalls ausweiten. Es ist auch von deutlich sinkenden Milchpreisen auszugehen. Ob es um zwei oder fünf Cent geht, ist noch nicht absehbar. Aus diesem Grund und zum Schutz vor einer weiteren Corona-Ausbreitung liegt die Vermarktung von Färsen aktuell auf Eis. Trotzdem sei man weiter im Kontakt mit Francesco und hofft, dass sich die Situation bald entschärft, heißt es seitens der Rinder-Union West eG. 

Da sowohl der sonst so intensive Export von Rindern nach Italien und auch Spanien auf unbestimmte Zeit lahm liegt und gleichzeitig die Auktionen nicht stattfinden können, geraten die Preise für abgekalbte Färsen in Deutschland unter Druck. Seitens der Zuchtverbände wird aber auf die Möglichkeiten der Ab-Hof-Vermarktung hingewiesen, sowohl für Verkäufer als auch Käufer. Die erforderlichen Tierbewegungen werden bestmöglich realisiert und über die Ab-Hof-Vermarktung abgefedert. Das gilt für Färsen, Fresser und Deckbullen.

Katrin Hilbk-Kortenbruck