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Automatisch steuern und regelmäßig kontrollieren

Eine Klimatisierung im Melk- und Wartebereich ist immer eine individuelle Lösung. Für maximalen Nutzen und minimalen Aufwand sind Steuerung, Kontrolle und Pflege wichtig!  
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Eine Klimatisierung im Melk- und Wartebereich ist immer eine individuelle Lösung. Für maximalen Nutzen und minimalen Aufwand sind Steuerung, Kontrolle und Pflege wichtig!  

Steuerung: Automatisch über die Umgebungstemperatur

Automatisch: Für eine optimale Nutzung (= gutes Klima für die Kühe, effiziente Stromnutzung), sollte auf eine automatische Steuerung mit optionalem Handbetrieb gesetzt werden. Vor allem an automatischen Melksystemen, da sie 24 Stunden laufen. Wichtig ist die richtige Platzierung des Sensorkopfes: Dieser sollte außerhalb des Ventilatoren-/Tubebereichs, aber nicht in einem toten Bereich ohne Luftbewegung installiert sein. Für THI-gesteuerte Klimatisierung wird ein Einschalten ab THI 68 empfohlen. 

Manuell: Eine manuelle Steuerung birgt das Risiko, dass die Anlagen zu spät und unregelmäßig an- und wieder abgestellt werden.Im konventionellen Melkstand hingegen kann eine Steuerung von Hand ausreichen, ebenso wie die Melkmaschine werden sie zum Melken an und wieder ausgestellt. 

Sensoren für automatische Steuerungen regelmäßig von Staub befreit werden, damit sie fehlerfrei messen. Foto: Stöcker-Gamigliano

Kontrolle: Wie verhalten sich Klima und Kühe?

Einen Ventilator, einen Belüftungsschlauch oder eine Kuhdusche aufhängen, und fertig? Nein! Denn damit ist das Optimum an Klimakomfort für die Kühe selten getroffen, die angebotenen Geräte sind für pauschale Lösungen zu unterschiedlich – ebenso die baulichen Gegebenheiten im Betrieb! Deswegen gilt: Auch im Melkstand und Vorwartehof muss die Luftbewegung und die Verteilung der von Ventilatoren oder Tubes transportierten Frischluftmasse kontrolliert werden.

Zusätzlich bei Wassereinsatz die Luftfeuchtigkeit kontrollieren – bei einer ohnehin schon hohen Luftfeuchtigkeit kann eine Kuhdusche oder eine Hochdruckvernebelung den THI rasch erhöhen und damit unbewusst das Klima auch unangenehmer anstatt angenehmer für die Kühe machen! Gerade, wenn Verneblungsanlagen/Kuhduschen installiert werden sollen, bzw. wurden, ist der THI – also der kombinierte Wert aus Umgebungstemperatur und Luftfeuchte – ein wichtiger Wert. Entsprechende Datenlogger sind am Markt, die jeder Betrieb selbst in den Kuhzonen aufhängen und am PC auslesen kann.

Derartige Messtechnik dürften wenige Praxisbetriebe zur Hand haben. Dafür aber mittlerweile viele Berater. Eine Beratung (z.B. seitens der Landwirtschaftskammern, Landesanstalten, LKVs oder Beratungsringen) in Form eines Betriebsbesuchs mit Messtechnik in Anspruch zu nehmen, lohnt sich – vor allem im Vorfeld von Neuinstallationen. Aber auch zum Kontrollieren und ggf. Anpassen bestehender Klimatisierungstechnik.

Tierbeobachtung: Wiederkauen, Ruhe und Atemfrequenzen im Normalbereich sind die besten Anzeichen dafür, dass sich die Kühe wohl fühlen. Das gilt auch für Wartebereiche und den Melkstand.

Pflege: Regelmäßig entstauben!

Sowohl Ventilatoren, also auch Schlauchbelüftungen und Messsonden für die automatische Steuerung müssen gepflegt werden, damit sie ihre Leistung möglichst effizient (Strom) bringen können.

Pflege Ventilatoren: Mindestens zweimal jährlich entstauben! Denn einmal installiert, laufen Ventilatoren ohnehin fast ununterbrochen von April bis Oktober! Zumindest in den vergangen zwei Jahren. Tipp: Handfeger plus Akku-Handkompressor (ab 50 €).

Pflege Schlauchbelüftungen: Mindestens zweimal jährlich entstauben – abpusten bzw. vorsichtig abfegen! Gerade wenn der Staubeintrag hoch ist (Nutzung Einstreugeräte, Nähe zu Strohabteilen, …), ist es sinnvoll, den Schlauch viel öfter als zweimal jährlich zu entstauben. Denn in der Nähe vom Melkstand kommt es durch Reinigungsarbeiten (Hochdruckreiniger) sonst schnell zu Verklebungen auf den Schläuchen, die sich nur schwer wieder entfernen lassen.

Pflege Sensoren: Sensoren für automatische Steuerungen sollten alle paar Wochen von Staub befreit werden, damit sie fehlerfrei messen und damit die Anlage zielgerecht und effizient steuern können. Um die empfindliche Oberfläche der Sensoren zu schützen, erfolgt das Reinigen am besten wie folgt: 1. Groben Staub abblasen, am praktischsten ist ein Akku-Handkompressor. 2. Mit einem feuchten, weichen Tuch abwischen.

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„Hitzestress beim Melken vermeiden“

Quellen: Johannes Zahner (LfL Bayern), Sabine Pittgens (LWK NRW), Jouni Pitkäranta, Virpi Kurkela, David Kammel (4dBarn), Johannes Jost (DeLaval), Franz Guggenmos (Kuhdusche)

Katrin Berkemeier
Katrin Hilbk-Kortenbruck