Praxis

Die Erntemaschinen richtig einstellen

Wie muss man Mähwerk, Schwader und Wender richtig einstellen, damit die Grasernte am Ende sauber im Silo landet?
1. Mähwerk: Schnitthöhe 8 cm
Mähen Sie das Gras auf keinen Fall zu tief, die optimale Schnitthöhe liegt...

Anmelden um weiterzulesen

Hast Du noch kein Login für Elite oder Elite Impulse?

Wie muss man Mähwerk, Schwader und Wender richtig einstellen, damit die Grasernte am Ende sauber im Silo landet?

1. Mähwerk: Schnitthöhe 8 cm

Mähen Sie das Gras auf keinen Fall zu tief, die optimale Schnitthöhe liegt bei 8 bis 9 cm. So bleibt der Vegetationskegel erhalten und es wächst schneller nach. Vor dem Schneiden sollte das Mähwerk mit scharfen Klingen ausgestattet werden, das spart Diesel.

Die Schnitthöhe passen Sie über den Oberlenker an: kürzer gleich tiefer, länger gleich höher. Auf die beabsichtigte Stoppelhöhe wird eine Zugabe von 1,5 cm eingestellt. Denn der Unterschnitt der Klingen und der Sog des Mähwerks können für einen zu tiefen Schnitt sorgen. Der Auflagedruck vom Mähwerk ist optimal zwischen 50 bis 80 kg pro m Arbeitsbreite und muss an die Bodenarten und Fahrgeschwindigkeiten angepasst werden. Der Mähbalken wird in der Fronthydraulik über Spiralfedern im 45 Grad Winkel entlastet und im Heck mit der ölhydraulischen Einstellung. Die Arbeitsgeschwindigkeiten kann bis zu 12 km/h betragen. Sie merken, dass Sie zu tief gemäht haben, wenn abgestorbene Pflanzenteile im Schwad liegen. Diese haben keinen Futterwert und erhöhen den Rohaschegehalt.

Der Aufbereiter am Mähwerk verkürzt die Feldliegezeit, sorgt bei vielen Erdhaufen aber auch für Verschmutzungen. Foto: Hagemann

Durch den Aufbereiter wird die Wachsschicht der Pflanze zusätzlich beschädigt, so dass Wasser schneller verdunsten kann. Er verkürzt die Feldliegezeiten um etwa sieben Stunden und eignet sich für kurze Erntezeitfenster. Nachteil: Bei Maulwurf- oder Mäusebestand sorgt der Aufbereiter für Verschmutzungen. Der klebrige Zellsaft tritt aus und Bodenpartikel bleiben leichter haften. Unerwünschte Mikroorganismen gelangen ins Futter. Darauf kommt es beim Mähen an:

  • Klingen vor dem Schnitt schärfen
  • Schnitthöhe 8 bis 9 cm
  • Mähwerk Auflagedruck: 50 bis 80 kg pro m Arbeitsbreite
  • Arbeitsgeschwindigkeit bis 12 km/h

2. Wender: 4 cm Abstand zu Boden

Der Zettwender sollte doppelt so breit sein wie das Mähwerk, um eine gleiche Flächenleistung zu erreichen. Vor dem Zetten wird die Arbeitshöhe des Wenders auf ebener, befestigter Fläche eingestellt. Alle Reifen müssen den gleichen Innendruck aufweisen. Ein Abstand der Zinkenspitze zum Boden von 3 bis 4 cm reicht bei passender Stoppelhöhe für eine qualitätsgerechte Zettarbeit als Arbeitshöhe. Fahren Sie am Feld ein paar Meter und kontrollieren Sie dann die Arbeitstiefe und stellen sie ggf. nach. Die Zinken dürfen auf keinen Fall auf dem Boden kratzen! Die saubere Aufnahme des Grases beim Wenden unterstützt den gleichmäßigen Trocknungsverlauf. Oft wird vernachlässigt, den Streuwinkel einzustellen, angestrebt wird 13 bis 19°.:

  • Flacher Streuwinkel bei rohfaserreichem Futter mit hohem Trocknungsgrad, damit das Gras nicht bricht. Ein flacher Streuwinkel ist schonender und erhält mehr Blattmasse. 
  • Steiler Streuwinkel bei langem, noch wenig angewelktem Futter mit geringem Rohfasergehalt, z.B. beim ersten Wendevorgang. Je steiler der Streuwinkel, umso mehr Bröckelverluste. 

Für die Zettwender der neuen Generation braucht man keine Verstellung der Zinkennachlaufwinkel. Vom Hersteller ist in der Grundeinstellung bereits ein Winkel von 90° zum Boden vorgegeben. Eine Vor- bzw. Nachstellung führt dagegen zur Schwadbildung. Die Verstellung der Kreiselneigung ist bei den gängigen Futtermassen mit kurzen Halmlängen und Stoppellängen von 6 bis 8 cm nicht nötig. Lediglich für Betriebe mit großem Anteil an Heuproduktion bietet eine verstellbare Kreiselneigung Vorteile. Am besten arbeitet der Zetter, wenn sich zwei Kreisel ein Mähschwad teilen und die Kreisel weit überlappen. Die ideale Geschwindigkeit beim Zetten sind 6 bis 7 km/h in Kombination mit einer Zapfwellendrehzahl von 540 bis 600 Umdrehungen/Min.. Je trockener das Gras ist, desto niedriger ist die Zapfwellendrehzahl einzustellen.

So sollte es nicht aussehen: Hier kratzen die Zinken des Wenders auf dem Boden und „verstauben“ das Gras! Foto: Veauthier

Gleichmäßige Aufnahme- und Verteilqualitäten sind nur bei einer Geschwindigkeit von bis zu 7 km/h möglich! Denn bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten werden die Mähgutportionen pro Zinkenpaar größer. Die Gefahr der Haufenbildung steigt. Das Gras in den Haufen kann nicht gleichmäßig abtrocknen und die Haufen finden sich später im Schwad wieder. Statt die Flächenleistung durch schnelleres Fahren zu steigern, ist ein Wender mit mehr Arbeitsbreite die bessere Alternative. Das sollten Sie beim Wenden beachten:

  • Gleichmäßiges Verteilbild durch hohe Zinkengeschwindigkeit (540 bis 600 Umdrehungen Zapfwelle)
  • Langsam fahren: 5 – 7 km/h angepasste Fahrgeschwindigkeit
  • Kreiselneigung verändern, wenn das Material auf dem Feld trockener wird, z.B. für Heu

3. Schwader: Max. 10 km/h und 400 Umdrehungen

Nicht nur ein tiefer Schnitt, sondern auch ein schlecht eingestellter Kreiselschwader kann Schmutz ins Futter bringen. Die Grundeinstellung der Arbeitstiefe erfolgt auf einem festen Untergrund mit einheitlichem Luftdruck auf den Reifen, z.B. noch auf dem Hof. Endgültig wird der Schwader auf dem Feld eingestellt. Der Mindestabstand zwischen den Zinken und dem Boden ist 3 cm. Die Schwadereinstellung ist über die Stützräder (Arbeitshöhe der Zinken) und den Oberlenker (Höhe im Kurven- und Arbeitsverlauf) relativ einfach. Ziel ist ein langes, gerades Schwad in Kastenform, das scharf abgegrenzte Ränder hat. Die Fahrgeschwindigkeit ist abhängig von Feuchtigkeit und Ertrag etwa 8 bis 10 km/h bei einer Zapfwellendrehzahl von 350 bis 400 Umdrehungen pro Minute. Das Schwadtuch lässt sich in der Breite, Höhe und in Längsrichtung verstellen.

Die Schwadbreite muss auf die Futtermenge und die Pick-Up-Breite der nachfolgenden Erntegeräte abgestimmt werden. Fährt man mit dem Schlepper über einen Schwad und drückt das geschnittene Gras an den Boden an, können die wenigsten Pick-Ups das in die Stoppeln gedrückte Gras sauber aufnehmen. Bei ausgefransten Rändern am Grasschwad besser den Schwader zum Schwad hin um 1,5 cm abzusenken, also die Tasträder am Schwad etwas tiefer einstellen, anstatt mit Drehzahl und Arbeitstiefe zu experimentieren. Das geht mit der Gewindeverstellung am Kreiselfahrwerk. Tipps für einen sauberen Schwad:

  • Den Kreisel für steilen Schwadrand zur Schwadablage hin um 1 bis 1,5 cm absenken
  • Um ein sauberes Schwad zu erzielen, reichen 350 bis 400 Umdrehungen/Minute an der Zapfwelle aus
  • Fahrgeschwindigkeit 8 bis 10 km/h

4. Pick-Up: Zinken dürfen Boden nicht berühren

Die Art der Erntetechnik (Häcksler, Kurzschnittladewagen, Rund- oder Quaderballenpresse) hat keinen Einfluss auf die Futterverschmutzung, wenn die Pick-Up richtig eingestellt oder durch Tasträder sicher geführt wird und die Grasnarbe dicht ist. Damit sich die Pick-Up dem Boden gut anpassen kann, muss sie nach oben und unten ausweichen können. Beachten Sie die korrekte Anbauhöhe nach Herstellerangabe. Die Zinken sollten 3 cm Abstand zum festen Boden haben. Kontrollieren Sie die Arbeitshöhe vor der Ernte auf dem Feld erst ohne und dann mit einem Grasschwad. Die Zinken dürfen nicht die Erde berühren! So wird die Pick-Up von der Erntemaschine eingestellt:

  • Anbauhöhe beachten
  • Abstand zwischen Zinken und Boden mind. 3 cm

5. Transport und Siloanlage

Während des Transports kann Erde in die Silage gelangen, z.B. bei nassem Wetter über die Reifen. Deshalb sollte die Silozufahrt befestigt sein. Sind der Transportweg und die Silozufahrt nicht befestigt, sollten die Schlepper das Silo mit dem Erntewagen nicht überfahren, sondern ein Radlader die Silage hochschieben. Tipp: Es kann helfen, vor dem nicht befestigten Silo eine Folie auszulegen.

Der Rohaschegehallt in Feldmieten ist um circa zwei Prozent höher als in befestigten Siloanlagen. Manche Betriebe fixieren das Silo im Randbereich mit Sand oder Erde. Das erhöht das Risiko einer nachträglichen Silage-Verschmutzung. Denn es ist schwer zu verhindern, dass Erde bei der Entnahme hineinrieselt.

Theresa Hagemann