Reportage

Eine Parzelle, acht Verpächter

In dem Familienbetrieb SAT O Chope werden derzeit 230 Kühe gehalten. Die Familie Canda setzt künftig auf stärkere Automatisierung und hat jetzt in die ersten zwei Melkroboter von GEA investiert.
Die Betriebsleiterfamilie Canda setzt nicht nur...

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In dem Familienbetrieb SAT O Chope werden derzeit 230 Kühe gehalten. Die Familie Canda setzt künftig auf stärkere Automatisierung und hat jetzt in die ersten zwei Melkroboter von GEA investiert.

Die Betriebsleiterfamilie Canda setzt nicht nur auf einen, sondern drei verschiedene Betriebszweige (Milchkühe, Sauen, Ackerbau). Um gewährleisten zu können, dass in allen Bereichen beste Betriebsergebnisse erreicht werden, sind die Verantwortungsbereiche unter den Familienmitgliedern klar aufgeteilt. Mario I. Candas zeichnet sich für die Kühe verantwortlich.

Im Milchkuhbereich halten Candas derzeit 230 Kühe mit einer Leistung von 11.122 kg ECM (Energie-korrigierte Milch) und einer Lebensleistung von 35.776 kg. Und das, obwohl die Kühe derzeit in einem überbelegten Stall stehen. Dem wollen Candas jedoch in den nächsten Monaten Abhilfe schaffen und bauen deshalb gerade einen neuen Trockensteher- und Frischmelkerbereich. Den Stallbau stemmt die Familie zusammen mit ihren Mitarbeitern neben der täglichen Arbeit und ohne staatliche finanzielle Unterstützung.

Neben dem Neubau haben Candas bereits in automatisches Melken und zwei GEA-Monoboxen für die hochleistenden Kühe investiert. Mit der Automatisierung erhoffen sie sich durch das dreimalige Melken einen weiteren Anschub bei der Milchleistung. Nach Beendigung der Baumaßnahme sollen zwei weitere Melkroboter im Betrieb installiert werden. Derzeit melken Candas die niedrigleistenden Kühe noch im 2 x 8 Fischgrätenmelkstand.

Bis zu acht Verpächter pro Parzelle

Familie Candas bewirtschaftet, sehr intensiv, 97 ha Acker- und Grünland. Diese (Pacht-)Fläche ist in 186 Parzellen aufgeteilt. Eine Parzelle gehört bis zu acht Eigentümern. Der Grund für diese kleinstrukturierte Nutzfläche ist das bisher vorherrschende Erbrecht, bei dem jedes Kind einen gleichgroßen Teil der Fläche bekommt. Komfortabel für Familie Candas ist jedoch, dass so gut wie alle Flächen in einem Umkreis von drei bis vier Kilometern liegen. Derzeit stehen 0,43 ha pro Kuh zur Verfügung, das ist mehr als bei den meisten anderen Milchkuhbetrieben in Galicien.

Um einen hohen (Mengen-)Ertrag von den Flächen zu bekommen, säen Candas nach der Maisernte Feldgras ein. Erst nach zwei Schnitten im Folgejahr wird auf diesen Flächen dann wieder Mais angebaut, der aufgrund des günstigen Klimas im Herbst noch abreift.

Das Grundfutter ist aufgrund der hohen Bestellungskosten teuer. Die Tierhalter haben deshalb Raufutterkosten von ca. 2,90 € pro Tag/Kuh. Kraftfutter kostet sie 2,10 € pro Kuh und Tag. Nicht so sehr wegen der hohen Futterpreise, sondern vielmehr wegen des relativ hohen Kraftfuttereinsatzes pro Kuh.

Wachsen im Ackerbau

Für die Zukunft hat die Familie Candas ein klares Ziel: Wachsen. Jedoch wollen sie nicht mit der Herdengröße weiter wachsen, sondern  mehr Fläche zupachten. Nach ihrer Einschätzung dürfte dies möglich sein, da allein im Ort sieben Betriebe sind, von denen einige keinen Nachfolger haben. Hier erhoffen sie sich noch mehr Fläche zupachten zu können. Neben dem Wachstum in Fläche, möchten Candas aber vor allem in der Flächenproduktivität weiter nach vorne kommen.

Birte Ostermann-Palz
bop@elite-magazin.de