Reportage

Produktionskosten im Blick

Im Jahr 2011 übernahm Manuel Candamio Folgar den Milchkuhbetrieb von seinen Schwiegereltern. Eigentlich Betriebswirt, hat ihn die Milchkuhhaltung in ihren Bann gezogen.
Der große Wachstumsschritt steht für Manuel Candamio Folgar und seine...

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Im Jahr 2011 übernahm Manuel Candamio Folgar den Milchkuhbetrieb von seinen Schwiegereltern. Eigentlich Betriebswirt, hat ihn die Milchkuhhaltung in ihren Bann gezogen.

Der große Wachstumsschritt steht für Manuel Candamio Folgar und seine Familie jetzt bevor. In den nächsten Wochen sollen Schritt für Schritt 180 Kühe in den neuen Boxenlaufstall ziehen. Der Stall, ein Paradebeispiel an Kuhkomfort, ist mit zwei Reihen Liegeboxen und vier Meter breiten Laufgängen ausgestattet. Die Fressgänge sind sogar fünf Meter breit, um gerade den rangniedrigeren Kühen einen freien Durchgang gewährleisten zu können. Insgesamt hat die Betriebsleiterfamilie 700.000 € für den neuen Bereich ausgegeben. Ein wichtiger Grund, weshalb Manuel Candamio Folgar jetzt so schnell wie möglich mit Kühen einziehen will. Ein Großteil der Investitionssumme besteht aus Eigenkapital. Einen Kredit zu bekommen, war nach Aussage des Milchkuhhalters kein Problem. Den spanischen Banken seien weniger Sicherheiten, als vielmehr die betrieblichen Zahlen wichtig.

Stetige Kontrolle der Produktionskosten

Manuel Candamio Folgar hat für seinen Betrieb eine klare Strategie: Die höchste Milchleistung, ständige Kontrolle der Produktionskosten, ein hoher Standard bei Tierwohl und im Herdenmanagement. Um hohe Standards zu erreichen, streut er die Liegeboxen beispielsweise mit Sand ein und hat die verschiedenen Arbeitsschritte mithilfe von Protokollen standardisiert.

Wie erfolgreich diese Stragtegie ist, zeigen die Kennzahlen des Betriebs. So erreichen die 160 Kühe derzeit eine Leistung von 11.612 kg ECM (Energie-korrigierte Milch) und eine Lebensleistung von 35.000 kg. Auch die Arbeitsproduktivität ist in diesem Betrieb sehr gut. So erreichen Candamios 200 kg ECM pro Arbeitsstunde.

Mehr Land pachten

Für den rührigen Betriebsleiter sind diese Leistungsdaten aber keineswegs ein Grund um sich auszuruhen. Seiner Meinung nach gibt es auch in seinem Milchkuhbetrieb noch viele Schrauben, an denen es zu drehen gilt. Dazu gehört für Manuel Candamio Folgar z. B. die weitere Fortbildung seiner Mitarbeiter.

Manuel Candamio Folgars Ziele für die nähere Zukunft sind erst einmal den Stall voll zu machen und mit dem neuen Bestand alle Arbeitsprotokolle (SOP) wieder neu zu überarbeiten. Seine Ziele für die nächsten fünf Jahre liegen vor allem natürlich in der Amortisierung der getätigten Investition. Daneben will der Milchkuhhalter aber auch weiter bei der Nutzfläche wachsen (derzeit 60 ha). Nach seinen Angaben gibt es in der näheren Umgebung zwei Betriebe, die aufhören und ihm das Land verpachten könnten. Daneben steht in seinem Fokus die weitere Verbesserung des genetischen Potenzials seiner Herde.

Manuel Candamio Folgar sieht jedoch nicht nur Chancen für seinen Betrieb. Auch über die Risiken macht er sich Gedanken. Dazu gehört für ihn, dass der Milchkonsum in den vergangenen Jahren in Spanien deutlich nachgelassen hat. Daneben könnte eine verschärfte Umweltpolitik eine noch weitere Ausdehnung der Nutzfläche und der Güllelagerkapazität notwendig machen.

Birte Ostermann-Palz
bop@elite-magazin.de