Wirtschaft

Wir werden mit Preisschwankungen leben müssen!

Das nominale Milcherzeugerpreisniveau hat sich seit 2007 um 12 % erhöht, aber ebenso auch die Volatilität der Milcherzeugerpreise. Diese hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt!
Die Hintergründe der Preisschwankungen beruhen auf der...

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Das nominale Milcherzeugerpreisniveau hat sich seit 2007 um 12 % erhöht, aber ebenso auch die Volatilität der Milcherzeugerpreise. Diese hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt!

Die Hintergründe der Preisschwankungen beruhen auf der Liberalisierung der EU-Milchmarktpolitik im Jahr 2004; sie sind weitgehend bekannt:

  • Reduzierung des Interventionspreisniveaus für die Eckprodukte Butter/Magermilchpulver
  • Abbau der Beihilfen für alternative Verwendungen der Milchprodukte
  • Abschaffung der Exportsubventionen für Milchprodukte
  • Abschaffung der Milchquote – stärkere Integration in den Welthandel
  • Zunahme von Extremwetterereignissen
  • Verzögerte Anpassungsreaktionen des weltweiten Angebots
  • Zunahmen von politischen Unsicherheiten weltweit
 Mit der Liberalisierung der EU-Milchmarktpolitik im Jahr 2004 haben die Preisschwankungen deutlich zugenommen.

An der Volatilität an den Milchmärkten dürfte sich in den kommenden Jahren nicht viel ändern, denn die Anpassungsreaktionen der Milcherzeugung in Deutschland und in der EU erfolgen weiterhin verzögert, denn 

  • … für einen bestehenden und sich entwickelnden Milchkuhbetrieb ist nichts so teuer, wie Milch nicht zu produzieren! 
  • … der Handlungsspielraum der Politik zur Reduzierung von Preisschwankungen ist gering. Nur bei extremen Marktlagen sind kurzfristige Reaktionen zu erwarten.

Die Volatilität der Milchpreise in Deutschland bleibt und könnte auch weiterhin steigen! Die Notwendigkeit damit professionell umzugehen, steigt somit ebenfalls! Alle Partner in der Wertschöpfungskette Milch müssen lernen, professionell mit dieser Situation umzugehen und neue gemeinsame Geschäftsbeziehungen entwickeln. Die Lieferbeziehungen zwischen Molkereien und Erzeuger werden sich ändern müssen, hin zu Modellen die mehr auf Stabilisierung und Glättung von Preisschwankungen zielen.

Foto: Molkerei Kongress 2019 | dfv Conference Group GmbH / HRSchulz

Gregor Veauthier
gv@elite-magazin.de