Reportage

Mit Technik die Arbeitseffizienz erhöhen

Familie DeJong hält 430 Milchkühe. In diesem Jahr hat sie in ein automatisches Silo-Abdecksystem investiert, um Arbeitszeit zu sparen. Innovativ, aber kostspielig. 

Jaap DeJong, seine Schwester Esther und seine Eltern Piet und Fetsje haben in diesem Jahr 75.000 Euro investiert und werden die gleiche Summe im kommenden Jahr nochmals ausgeben – ohne eine einzige Kuh mehr zu melken. „Wir investieren in den Familienbetrieb“, sagt Jaap. Mitarbeiter sind schwer zu finden und teuer. Und nicht nur nach jedem der sechs Grasschnitte im Sommer, sondern auch zum Füttern im Winter soll die automatische Silo-Abdecktechnik Arbeit einsparen. „Wenn man keine Steuern zahlen und lieber mit Kühen statt mit Menschen arbeiten will, dann gibt man sein Geld für Technik aus.“ 

Dicht mit Wasserkraft

Eine große Walze, die auf zwei Rollen entlang des Silos bewegt wird, rollt langsam eine wiederverwendbare Folie ab. Gleichzeitig füllt eine Pumpe Folienschläuche mit Wasser auf (Salzwasser im Winter), die die Abdeckung beschweren. Zum Aufdecken wird das Salzwasser aus den Folienschläuchen entfernt und zurück in einen Behälter gepumpt, sodass sich die Folie über die komplette Silobreite anheben lässt. 

Das bereits angelegte Silo misst 22×18 m; 25×100 m sollen laut Hersteller maximal möglich sein. Vorgängermodelle soll es laut Herstellerangaben bereits seit 15 Jahren geben. Von der aktuellen Version laufen 15 Systeme. 

Derzeit sind die ersten Schnitte nach Installation der Technik einsiliert. „Von der Handhabung bin ich sehr zufrieden“, sagt Jaap DeJong. „Ich muss mir nicht mehr die Hände schmutzig machen und kann alleine, in 15 Minuten, ein komplettes Silo abdecken. Und das nur per Knopfdruck.“ 

Neben der Arbeitserleichterung und Arbeitszeitersparnis erhofft sich DeJong von der großen Investition qualitativ bessere Silage: rasches Abdecken, erneutes Zudecken nach jeder Fütterung, mehr Gewicht durch die Wasserschläuche (insgesamt bis zu 34 t). Zudem möchte er Kosten sparen, weil er die Abdeckfolie 10 Jahre lang verwenden will. 

Eine Investition mit ungewissem Ausgang

Derzeit geben die 430 melkenden Kühe des Betriebs eine durchschnittliche Milchmenge von 9.500 kg Milch. Ob sich seine enorme Investition auszahlt und die Technik sich durch bessere Futterqualität und damit gesündere Kühe amortisiert, muss die Zeit zeigen. Immerhin erleichtert eine bessere Arbeitsqualität die Wartezeit. 

Christine Stöcker

cs@elite-magazin.de