Wirtschaft

Vorsicht bei nassem Wetter 

Über den Einfluss der Weide auf die Eutergesundheit gibt es bisher nur wenig Erkenntnisse. Das Projekt brachte sowohl für Weide als auch Stall Vor- und Nachteile ans Licht.
In der Studie wurden die Daten der Milchleistungsprüfung für alle 60...

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Über den Einfluss der Weide auf die Eutergesundheit gibt es bisher nur wenig Erkenntnisse. Das Projekt brachte sowohl für Weide als auch Stall Vor- und Nachteile ans Licht.

In der Studie wurden die Daten der Milchleistungsprüfung für alle 60 Milchkuhbetriebe ausgewertet. Ergänzend wurden mit einem Fragebogen weitere Information über das Herdenmanagement, die Tierhaltung und mögliche Risikofaktoren ermittelt. So wurde z.B. erhoben, in welchem Umfang die Kühe auf die Weide gelassen werden, ab welchem Lebensmonat die Jungtiere das erste Mal auf die Weide kommen und ob es befestigte Treibwege gibt. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Zwischen den beiden Systemen Stall- und Weidehaltung sind keine Unterschiede festgestellt worden. Das Haltungssystem hat nur also – wenn überhaupt – nur bedingt Einfluss auf die Eutergesundheit.
  • Einzelne Faktoren wirken sich allerdings deutlich auf die Eutergesundheit aus. Allerdings erhöhen matschige oder sumpfige Weiden sowie dreckige und unbefestigte Treibewege das Risiko einer Euterentzündung.
  • Bei sehr guter Hygiene im Stall verbessert sich die Eutergesundheit durch die Weide wahrscheinlich nicht weiter.
  • Weidegang für Trockensteher im Sommer (Mai-September) hatte gegenüber der ganzjährigen Stallhaltung einen positiven Effekt auf die Eutergesundheit.
  • Rinder die bereits ab dem sechsten Lebensmonat geweidet wurden, zeigten später, nach dem Abkalben, eine niedrigere Neuinfektionsrate. Weidegang der Kälber vor dem dritten Lebensmonat ging hingegen mit einer erhöhten Neuinfektionsrate in der Laktation einher.
  • Bei mehr als 6 Stunden Weidehaltung (Gruppe 1 und 2) fiel die Färsenmastitisrate geringer aus im Vergleich zur ganzjähriger Stallhaltung (Gruppe 3 und 4). Wurden die Färsen hingegen länger als sieben Monate im Jahr geweidet, erhöhte dies die Färsenmastitisrate.

Abgeleitete Empfehlungen für die Praxis

Kühe sollten möglichst auf trockene Weiden aufgetrieben werden. Wenn die Weiden (sehr) nass sind, sollte die Weidesaison beschränkt werden auf den Zeitraum von Mai bis einschließlich September. Dient der Weidegang nicht primär der Futteraufnahme, sollten Tiere bei schlechten Wetterbedingungen im Stall bleiben.

Matthias Gösling, Doris Klocke, Volker Krömker (HS Hannover); Martin tho Seeth
 (LK Niedersachsen)